Einführung in die Börse

Ein Verständnis für die Börse legt die Grundlage für intelligente Investments, die zu langfristigen und nachhaltigen Gewinnen führen. In diesem Artikel kläre ich die Grundlagen, definiere Begriffe und vermittle ein grundlegendes Verständnis. Der Artikel dient als Einführung um sich in folgenden Artikeln, differenzierter mit dem Wertpapierhandel auseinanderzusetzen.

Die erste Börse entstand 1409 in Brügge, als Handelsplatz für Fernhändler. Diese wollten das Risiko bei langen Schiffsfahrten minimieren und verkauften Anteile. In den darauffolgenden Jahrhunderten gründeten sich weltweit Börsen. Heutzutage sind sie ein essenzieller Teil der Weltwirtschaft.

Was ist die Börse überhaupt?

Umgangssprachlich gesagt, ist sie ein Umschlagplatz für Wertpapiere und Rohstoffe. Formal ist das ganze etwas komplizierter.

Die Börse ist eine Anstalt öffentlichen Rechts, dass heißt sie hat die Aufgabe vom deutschen Staat übertragen bekommen, den Handel von verschiedensten Produkten zu regulieren. Man unterscheidet zwischen:

  • Wertpapierbörse
  • Devisenbörse
  • Warenterminbörse
  • Produktenbörse
  • Versicherungsbörse
  • Frachtbörse

Diese sind jeweils auf den Handel eines bestimmten Produkts spezialisiert. Im Folgenden werde ich mich, wenn ich Börse schreibe, hauptsächlich auf die Wertpapierbörse beziehen, da Diese am relevantesten ist. Die meisten Punkte lassen sich jedoch auf die anderen Arten übertragen.

Die Börse muss sich zwar an spezielle Gesetze halten, ist jedoch ein privatwirtschaftliches Unternehmen 1 . Die Aktie der Deutsche Börse AG wird zum Beispiel selbst an der Börse gehandelt und ist sogar im Aktienindex DAX gelistet.

Die Börse besteht aus verschiedenen Organen die die Leitung, Kontrolle und Organisation übernehmen. Da die Erklärung dieser für einen einführenden Artikel jedoch zu tief ins Detail geht, werde ich sie hier nicht erläutern 2 .

Welche Börsen gibt es?

Weltweit gibt es sehr viele. In Deutschland gesagt gibt es 11 Börsen. Die Frankfurter Börse ist dabei die relevanteste. Es werden rund 98 Prozent der deutschen Aktien über Xetra (der elektronische Handelsplatz der Frankfurter Börse) und der Börse Frankfurt gehandelt. Bei ausländischen sind es nur 84 Prozent. Andere Börsen gibt es z.B. in München, Berlin oder Hamburg. Diese sind aber weniger relevant. International ist die relevanteste Börse wahrscheinlich der New York Stock Exchange (NYSE).

Bild des New York Stock Exchange

Was man auf jeden Fall mitnehmen sollte ist, dass es unterschiedliche Börsen gibt. An diesen können identische Aktien auch zu verschiedenen Preisen gehandelt werden. Die Aktie der Deutschen Bank könnte z.B. in Frankfurt teurer sein als in Hamburg. Solche Preisunterschiede machen sich sogenannte Arbitreure zu Nutzen. Diese kaufen die Aktien billiger an der einen Börse und verkaufen sie teurer an einer anderen. So gleichen sich die Preise an verschieden Börsen an. Heutzutage wird dies mit Computeralgorithmen realisiert, die im Millisekundenbereich Arbitrage betreiben (sogenannter Hochfrequenzhandel).

Wie kann ich an der Börse handeln?

Es wird zwischen zwei Gruppen von Handel unterschieden. Der Präsenzhandel und der elektronische Handel. Beim Präsenzhandel kauft man vor Ort Aktien. Dies wird häufig auch als Parketthandel bezeichnet, da die Börsen oft Parkettboden hatten. Heutzutage wird diese Art von Handel nicht mehr angeboten. Heute werden die Order über den elektronischen Handel abgewickelt. Bei der deutschen Börse in Frankfurt z.B. über Xetra. Das Geld wird dabei über Transaktionskosten verdient. Bei jeder Order fließt ein kleiner Teil des Ordervolumen an die entsprechende Börse.

Direkt bei der Börse kann man jedoch als Privatperson keine Aktien kaufen. Dies muss man über einen sogenannten Broker (dt. Börsenmakler) tun. Man eröffnet ein Depot und ordert dann über den Broker die Wertpapiere. Dieser gibt die Order dann weiter.

Dabei gibt es verschiedene Ordertypen. Die grundlegendsten sind:

Markt Order

Hierbei soll die Aktie möglichst schnell zum Markt-Kurs gekauft werden. Diese Order ist die schnellste und einfachste Form, es kann jedoch zu ungerechten Kursen kommen.

Stop Order

Man setzt einen Stop-Kurs fest bei dem die Aktie wieder verkauft werden soll. So können zum Beispiel Verluste vermindert (falls der Kurs fällt) oder automatisierte Gewinne realisiert werden (falls der Kurs steigt).

Limit Order

Hierbei wird ein sogenannter Limit-Kurs aufgegeben, der den maximalen Preis darstellt der gezahlt werden soll. So können ungerechte Preise verhindert werden. Eine Ausführung der Order ist jedoch nicht garantiert, da der Preis vielleicht nicht realisierbar ist.

Es gibt noch viele andere Ordertypen. Welche Ordertypen angeboten werden hängt jedoch vom Broker ab.

Überprüfungsfragen:

  1. Kann die Börse selbst an der Börse gelistet sein?
  2. Welche ist die relevanteste Börse in Deutschland?
  3. Welche Aufgabe hat ein Broker?
  4. Was sind die Unterschiede zwischen Limit und Markt Order?

Literaturempfehlungen:

Beate Sander: Der Aktien- und Börsenführerschein: Aktien statt Sparbuch – die Lizenz zum Geldanlegen, 9. Auflage, 2018 München

Cene Erdal: Professioneller Börsenhandel: Zusammenhänge erkennen, Verluste verkraften, solide Gewinne machen, 2. Auflage, 2013 München

  1. Börsengesetz (BörsG) https://www.gesetze-im-internet.de/b_rsg_2007
  2. Falls Bedarf besteht schreibe ich einen einzelnen Artikel darüber.

3 Kommentare zu „Einführung in die Börse“

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